Auf dem nordöstlichen Teil des Grundstücks entstehen 24 Wohneinheiten für rund 100 Personen in mehreren zwei- und eingeschossigen Gebäuden. Zusammen mit der gemeinschaftlichen Gartennutzfläche zwischen den Neubauten nimmt dieser Teil der Neuen Stadtgärtnerei rund 2/5 der Gesamtfläche des Geländes ein. Nachhaltig und dabei höchst wirtschaftlich an diesem Vorhaben ist nicht nur die Bauweise mit Strohballen, sondern auch das Upcycling der bestehenden baulichen Strukturen. Die massiven Betonkeller der alten Gärtnerei werden als Fundamente für die Neubebauung genutzt. Aus den verzinkten Stahlkonstruktionen der alten Gewächshäuser entstehen vor den Wohnhäusern Gärten ähnlich einer Orangerie. Neben ästhetischer Aufwertung erhöhen diese auch die Energieeffizienz der Gebäude.

Grundriss Bereich „Wohnen“

Das Ziel des Wohnprojektes der Neuen Stadtgärtnerei ist es, langfristig günstigen und ökologisch hochwertigen Wohnraum für heterogene Nutzergruppen zu schaffen. Eine Teilhabe am Projekt soll für Menschen möglichst unabhängig von finanziellem Vermögen, sozialem Status oder körperlicher Beeinträchtigung realisiert werden. Um dies zu verwirklichen werden u.a. mindestens 20% des Wohnraums sozial gefördert und barrierefrei sein (siehe Anhang II). Außerdem wird die Einteilung der Bruttogesamtfläche von rund 3100 m2 an unterschiedliche Flächenbedarfe angepasst. In den Wohneinheiten finden Einzelpersonen, Paare und Kleinfamilien sowie Wohngemeinschaften Platz

Der Projektbereich Wohnen wird mit dem solidarischen Wirtschaftsansatz des Mietshäusersyndikats (MHS) finanziert und rechtlich realisiert. Durch das besondere Rechts- und Finanzkonzept des MHS ist es der Neuen Stadtgärtnerei möglich, hochwertige Gebäude zu den aktuell üblichen Vergleichsmieten und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für sozial geförderten Wohnungsbau zu errichten. Das Herausragende daran ist: Die Mieten bleiben für die nächsten 50 Jahre unverändert! Die langfristige wirtschaftliche Stabilität und Gemeinwohlorientierung ist durch das MHS zu 100% garantiert. Dies unterscheidet es von herkömmlichen Projektpartnern. Wie im Rahmen von MHS-Projekten üblich werden die Investitionskosten des Teilprojektes „Wohnen“ der Neuen Stadtgärtnerei von rund 6.800.000 Euro durch eine Mischfinanzierung aus Privatkrediten und Krediten der GLS-, sowie der NRW- und KfW-Banken aufgebracht. Erste Beratungsgespräche wurden bereits geführt.