Auf dem nordöstlichen Teil des Grundstücks entstehen 24 Wohneinheiten für rund 100 Personen in mehreren zwei- und eingeschossigen Gebäuden. Zusammen mit der gemeinschaftlichen Gartennutzfläche zwischen den Neubauten nimmt dieser Teil der Neuen Stadtgärtnerei rund 2/5 der Gesamtfläche des Geländes ein. Nachhaltig und dabei höchst wirtschaftlich an diesem Vorhaben ist nicht nur die Bauweise mit Strohballen, sondern auch das Upcycling der bestehenden baulichen Strukturen. Die massiven Betonkeller der alten Gärtnerei werden als Fundamente für die Neubebauung genutzt. Aus den verzinkten Stahlkonstruktionen der alten Gewächshäuser entstehen vor den Wohnhäusern Gärten ähnlich einer Orangerie. Neben ästhetischer Aufwertung erhöhen diese auch die Energieeffizienz der Gebäude.

Grundriss Bereich „Wohnen“

Das Ziel des Wohnprojektes der Neuen Stadtgärtnerei ist es, langfristig günstigen und ökologisch hochwertigen Wohnraum für heterogene Nutzergruppen zu schaffen. Eine Teilhabe am Projekt soll für Menschen möglichst unabhängig von finanziellem Vermögen, sozialem Status oder körperlicher Beeinträchtigung realisiert werden. In den Wohneinheiten finden Einzelpersonen, Paare und Kleinfamilien sowie Wohngemeinschaften Platz.

Deswegen werden wir den Projektbereich Wohnen, nach dem solidarischen Konzepts des Mietshäuser Syndikats (MHS), gestalten. Durch die besondere Rechtsform werden die Wohngebäude zu Gemeineigentum, das von den Mieter*innen selbstverwaltet wird. Außerdem werden die Objekte dem klassischen Immobilienmarkt entzogen. Daraus ergibt sich auch, dass die Mieten langfristig auf einem sozialen Niveau bleiben werden, da mit diesen Gebäuden keine Profite erwirtschaftet werden müssen. Marktübliche Mietsteigerungen oder Wertsteigerung der Immobilien und die damit verbundene Gefahr des Verkaufs der Immobilie, werden dadurch verhindert.

Was  ist das Mietshäuser Syndikat (MHS)?

163 Hausprojekte und 15 Projektinitiativen bilden einen festen Verbund. Das Bindeglied, das diesen Verbund herstellt, heißt Mietshäuser Syndikat. Das Mietshäuser Syndikat unterstützt und berät die Projekte bei der Finanzierung und in rechtlichen Fragen, gibt selbst aber kein Kapital dazu. Das Syndikat versteht sich als basisdemokratisch arbeitendes Netzwerk mit Knotenpunkten in ganz Deutschland. Die Gebäude, häufig Wohnprojekte, werden nicht Eigentum des Syndikats, sondern einer eigenen GmbH, in der der jeweilige Hausverein und das Mietshäuser Syndikat Gesellschafter*innen sind. Der Eigentumstitel der Immobilie liegt bei der GmbH. Die Stimmrechte sind im GmbH-Vertrag festgelegt und nicht wie üblich an die Höhe der Anteile gekoppelt. Über den Verein verwalten die Nutzer ihr Objekt eigenverantwortlich. Hausverein und Mietshäuser Syndikat haben in der GmbH Stimmenparität, so dass Verkauf oder Umwandlung nur einvernehmlich möglich sind und damit verhindert werden können. Entscheidungen wie Wohnungsvergabe, Gestaltung, Finanzierung und Miethöhe obliegen im Rahmen der Wirtschaftlichkeit ausschließlich dem Hausverein, also den dort lebenden Menschen. Die Mietshäuser Syndikat GmbH ist wiederum im Besitz der Gesamtheit der Hausvereine. Höchstes Organ ist die viermal jährlich stattfindende Mitgliederversammlung.

https://www.syndikat.org/de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Mietsh%C3%A4user_Syndikat